Bevor
man sich ein Urteil über einen Lektoratsservice
bilden kann bzw. sich für oder gegen einen privaten
(d.h.: nicht vom Verlag in Auftrag gegebenen) Lektoratsservice
entscheidet, hier einige grundlegende Fragen und Antworten:
Was
kostet ein freies Lektorat?
Der
Mindestsatz für ein Lektorat beträgt pro
Seite Euro 1,50. Kann aber durchaus auch
Euro 3,-- und mehr kosten. Der Preis richtet sich
nicht zuletzt danach, wie umfangreich das Lektorat
ausfallen soll: wird ausschließlich die Rechtschreibung
geprüft? Sollen auch Spannungsbogen, Perspektive,
etc. geprüft werden? Eine Marktanalyse erstellt
werden? etc.
Zu
bedenken gilt: Verlage bezahlen den freien Lektoraten
bei Taschenbüchern meist nur den Mindestsatz,
bei Hardcover-Ausgaben Euro 3,--, wobei hier tatsächlich
alles im Preis inbegriffen ist (Korrektur, Überprüfung
der Dramaturgie, z.T. sogar Recherche, etc.). Nur
von Autoren, die privat ein Lektorat in Auftrag geben,
wird oft sehr viel mehr an Bezahlung verlangt!
(Ein kostenloser Service wird im Internet angeboten.
Beachten Sie hierzu den unten angeführten Link:
Junges Lektorat.)
Wer
nimmt freie Lektorate in Anspruch?
Eigentlich
arbeiten freie Lektorate für Verlage (neben Firmen,
Wirtschaftsunternehmen,
etc.), Filmfirmen, etc. - manche nehmen auch Aufträge
von Autoren an.
Welcher
Service wird von freien Lektoraten angeboten?
Redigieren,
korrigieren, Übersetzungen, Marktprüfung,
Analysen, etc.
Was
ist ein Script-Doctor?
Der
Begriff "Script-Doctor" kommt aus der Filmbranche.
Die sogenannten Script-Doctors
gehen Drehbücher in Hinblick auf Spannungsbögen,
logische Abläufe, aber auch Wort-
wahl, etc. durch. In den USA kein ungewöhnlicher,
aber hochbezahlter Job. In Deutschland fassen derzeit
immer mehr Script-Doctors Fuß.
Lektoratsservice
- sinnvoll oder Geldverschwendung?
|
Die
Marktanalyse
Freie
Lektorate werben oft damit, dass sie neben der Korrektur
auch Marktanalysen durchführen würden. Fraglich
bleibt, ob dieser Service für einen Autor wirklich
sinnvoll ist. Denn: Lektoren beurteilen ohnehin, ob
sie eine Chance für das Manuskript sehen oder
nicht - ist ein Lektor der Auffassung, das vorgelegte
Manuskript hätte keine Chance bei den Lesern,
der Zielgruppe, etc., nützt auch ein vorgelegtes
Gutachten eines freien Lektorates nicht sehr viel.
Sinnvoll
ist die Marktanalyse für Produktionsbüros,
die Ideen im Paket (Autor wird sozusagen gleich mitgeliefert)
anbieten und Verlage für diese Ideen zu gewinnen
versuchen.
Es
gilt in dieser Hinsicht wirklich vorsichtig zu sein.
Manche Agenturen bieten diesen Service ebenfalls an
- zu horrenden Preisen. Und welchen Nutzen der Autor
daraus wirklich ziehen kann, bleibt offen.
Korrigieren
und redigieren
Hierin
ist der einzige Grund für einen Autor, das Manuskript
an einen Lekoratsdienst zu geben, zu finden. Wer weiß,
dass er/sie an einer orthografischen Schwäche
leidet, sollte sein Manuskript vor dem Versenden
des Textes an einen Verlag unbedingt Korrektur-lesen
lassen.
Denn: nichts kann einen Lektor so schnell vergraulen
wie viele Rechtschreibfehler auf einer einzigen Seite
und dies durchgehend im gesamten Manuskript.
Wer
hingegen auch seinen Stil korrigieren lassen - bildhafte
Beschreibungen kontrollieren lassen möchte, etc.,
dem sei dringend geraten: achten Sie genau auf die
vertragliche Vereinbarung, die Formulierungen, worauf
sich die Korrektur und der festgelegte Preis beziehen
- hier kann es nämlich zu unangenehmen Überraschungen
kommen, wenn das Lektorat plötzlich einen sehr
viel höheren Preis verlangt als ursprünglich
vereinbart.
Der
Spannungsbogen/inhaltliche Prüfung eines Manuskriptes
Neben
der orthografischen Korrektur wird von den Lektoratsdiensten
auch die Überprüfung von Handlung, Dramaturgie,
logischer Abfolge der Ereignisse, etc. angeboten.
Ohne den Lektoratsdiensten ihr Können absprechen
zu wollen, empfehlen wir Autoren: Testleser.
Man
suche sich im Bekanntenkreis lesebegeisterte Menschen
und bitte sie, kritisch zu lesen. Sehr schnell kommen
hier - völlig kostenlos oder für den Preis
einer Einladung zum Abendessen - dramaturgische
Schwächen zutage. Die Testleser sollten natürlich
darauf hingewiesen werden, dass bei Kritik die Freundschaft
nicht auf dem Spiel steht und dass sie tatsächlich
kritisch lesen sollen. Aber: gute Testleser können
sehr genau sagen, bei welchen Textstellen sie sich
gelangweilt haben, welche als unlogisch empfunden
wurden, etc. Hierzu muss kein Lektoratsdienst bemüht
werden.
Brauchen
Autoren einen Lektoratsdienst?
Grundsätzlich
kann man sagen: lediglich Autoren, die ein Buch im
Eigenverlag veröffentlichen möchten, ein
BoD-Buch planen oder gar einen Verlag gründen
möchten, sollten wirklich auf einen Lektoratsdienst
zurückgreifen. Hier ist es unumgänglich,
die Manuskripte fachgercht prüfen zu lassen.
Auch
zur Korrektur sei gesagt: nur, wer wirklich um große
Schwächen in der eigenen Orthografie weiß,
sollte tatsächlich einen Lektoratsservice beauftragen.
Wer
sich hingegen lediglich gute Marktchancen für
ein Manuskript attestieren lassen möchte, sollte
überlegen, wie sinnvoll diese Investition wirklich
ist. (Wie bereits erwähnt, die Marktanalyse ist
für Produktionsbüros, Marektingfirmen, etc.
interessant, nicht für "private" Autoren.)
1Vertrag
Achten
Sie unbedingt darauf, dass der Umfang des Lektorates
und der damit zusammenhängende Preis genau definiert
sind (am besten noch einen Rechtsanwalt dazu befragen).
Oft kommt die große Überraschung, wenn
es bei der Abrechnung heißt: "Ja, das ist mehr
als veranschlagt, aber das Lektorat war sehr viel
umfangreicher als ursprünglich geplant. Es waren
mehr Fehler drin, es war mehr daran zu arbeiten, etc.
..."
Die
meisten Lektoratsdienste nennen keine genauen Beträge
bei der ersten Anfrage. Fragen Sie also auch vorab,
ob bereits die erste Prüfung (zur Berrechnung
der Kosten) berrechnet wird bzw. wieviel der Kostenvoranschlag
kostet!
Schließen
Sie den Vertrag auf alle Fälle vor dem Auftrag
ab! (Also, bevor Sie das Manuskript zur Korrektur
freigeben.)
Lektoratsservice
im Netz:
Junges
Lektorat
Kostenloser
Service im Netz. Wir können leider nicht beurteilen,
wie gut dieser Service ist. Wir freuen uns daher über
Zusendungen von Autoren, die Erfahrungen mit diesem
Lektorat gemacht haben!
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